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Migration Forms

Topkino Wien, 18.01.2012, 19 Uhr

Borjana Ventzislavova: Migration Standards AT 2011, 5 min
Ascan Breuer: Teheran – Lost & Found AT/DE 2011, 15 min
Ella Raidel: SUBVERSES China in Mozambique AT 2011, 45 min

Migration ist das Projekt der Zukunft, konstatiert Borjana Ventzislavova in ihrem kurzen Film Migration Standards, in dem sie Kinder und Jugendliche in einer räumlichen Zwischenzone auftreten lässt. Dabei zeichnet die Arbeit ein erfrischend moderner Zugang zu diesem Themenfeld aus. Ascan Breuer begleitet seine Frau Ariana in Teheran – Lost & Found, deren Familie noch vor der Islamischen Revolution 1979 aus dem Iran emigrierte. Als Angehörige der zweiten Generation ist ihr Blick der einer Recherche, die eine Familiengeschichte mit dem gegenwärtigen Alltag Teherans in Beziehung setzt.SUBVERSES China in Mozambique nähert sich dem Thema Migration über eine postkoloniale Perspektive an, ohne aber deren Brüche auszusparen. Ella Raidel zeigt einen grossteils unbekannten Aspekt einer Migrationsgeschichte: chinesische Firmen bauen häufig mit Unterstützung europäischer Banken die Infrastruktur Mozambiques auf. Im Kontrast zur globalen Kapitalismusgeschichte stehen die schillernden Slampoeten Maputos, die in eindrücklichen Sprechgesängen ihre Haltung vertreten. (Dietmar Schwärzler, Sixpackfilm)

 

Book Release Ella Raidel 2011: Subversive Realitäten – Tsai Ming-Liang und seine Filme

Buchrezension im Filmmagazin ray (09/2011)

Subversive Realitäten – Tsai Ming-Liang und seine Filme

Tsai Ming-Liang (geb.1957) stammt aus Malaysia und lebt in Taiwan als Filmproduzent, Drehbuchautor, Theater- und Filmregisseur. Er gewann 1994 den Goldenen Löwen in Venedig und 1997 den Silbernen Bären in Berlin.
Ella Raidel untersucht Tsai Ming-Liangs Werk unter seinen sozialen und politischen Bedingungen und bezieht sich dabei stets auf seine persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen der sozialen Realität Taiwans.
Tsai Ming-Liang stilisiert die Realität zu einer filmischen Wirklichkeit. Sprachlosigkeit und Entfremdung gelten in Tsais Filmen als Symptom eines Verlusts von kultureller Identität und sozialer Integrität und können vor dem Hintergrund Taiwans politischer Situation betrachtet werden: Ein demokratischer Staat ohne nationale Identität, der durch die territorialen Ansprüche der Volksrepublik China international isoliert ist. Seine Protagonisten stammen aus den Randzonen der Gesellschaft, sie sind mit ihren Körpern in Räumen gefangen, wie das Land im globalen Kontext.
Die im Schüren Verlag erschienene Publikation ist die erste umfassende, deutschsprachige Werkanalyse des malaysischen Filmregisseurs.

Schüren (Marburg) 2011, 152 S., Paperback, zahlreiche Abbildungen